Eichbaumoper
Eichbaum ist eine U-Bahn-Station zwischen Essen und Mülheim. Vor 30 Jahren ein Modellprojekt für das mobile Ruhrgebiet, hat sie sich trotz verschiedener baulicher Maßnahmen und Appelle zu einem Ort entwickelt, der geprägt ist von Gewalt und Vandalismus. Das Musiktheaterprojekt Eichbaumoper wollte dieser Entwicklung entgegenwirken und den Ort in der engen Zusammenarbeit mit Anwohnern und Nutzern wieder positiv besetzen.
Aufbau und Organisation
Mit dem Ziel Architektur, Theater, Musik und Stadt zu verbinden, wurden internationale Künstler aufgefordert, Kompositionen und Libretti für diesen Ort zu entwickeln. Gleichzeitig sollte die Haltestelle im direkten Austausch mit Anwohnern und Künstlern räumlich und sozial verwandelt werden. Im Zentrum der Arbeit standen der Aufenthalt der Künstler vor Ort und die Einbeziehung der Menschen und ihrer Geschichten. Drei Komponistenteams mit jeweils einem Texter, setzten sich mit dem Ort Eichbaum auseinander, wobei jeder Künstler seine Geschichte und seine Perspektive wählte, die er zum Fokus seiner Arbeit machte. So entstanden drei autonome Opernteile, deren Gemeinsamkeit darin bestand, am Eichbaum entstanden zu sein, vom ihm zu erzählen und gemeinsam zu einer Oper zu werden. Knapp 200 Zuschauer besuchten die ausverkaufte Uraufführung am 24. Juni 2009, in der sich bauliche und soziale Maßnahmen mit musiktheatralen Momenten verbanden.
Ziele
Neben der dauerhaften Verbesserung der Ortssituation an der Haltestelle Eichbaum war die Einbindung insbesondere der jugendlichen Anwohner in alle Bereiche des kreativen und organisatorischen Entwicklungsprozesses von besonderer Bedeutung. Die Stiftung Mercator förderte die Dokumentation des Projekts, die von den Jugendlichen der umliegenden Schulen sowie eines Jugendzentrums erstellt wurde, und unterstützte damit ein außergewöhnliches innovatives Modell kultureller Bildung.

