KlimaKultur
KlimaKultur, der im Jahr 2008 eingerichtete transdisziplinäre Forschungsschwerpunkt am Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) Essen, ist das erste größere kulturwissenschaftliche Forschungsprojekt zum Thema des Klimawandels und beschreitet neue Wege der Analyse tiefgreifender sozialer Veränderungsprozesse.
Aufbau und Organisation
Der Klimawandel und seine Folgen werden in diesem Projekt nicht von der naturwissenschaftlichen Seite her betrachtet, sondern als zentrale Gegenstände der Kulturwissenschaften. Meteorologen erklären, warum beispielweise im Indischen Ozean während der Sommermonate gewaltige tropische Wirbelstürme auftreten, die an Land erhebliche Schäden anrichten. Welche Folgen derartige Ereignisse auf Herrschaftsverhältnisse und auf Gesellschaftsstrukturen haben, das ist Thema der Sozial- und Kulturwissenschaft.
Der Forschungsschwerpunkt KlimaKultur am KWI beleuchtet die sozialen Folgen des globalen Klimawandels und die kulturellen Voraussetzungen seiner Bewältigung. Die Stiftung Mercator fördert drei Teilprojekte: Eines wird sich des Themas „Klimawandel und Gewalt“ annehmen. Zwei empirische Projekte werden zudem der „Katastrophenerinnerung“ nachgehen und der Frage, inwieweit sich die menschliche Wahrnehmung der Umweltbedingungen verschiebt („Shifting Baselines“). Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts KlimaKultur fand im Juni 2009 die internationale Konferenz The Great Transformation in Essen statt, die vom KWI und der Stiftung Mercator in Kooperation mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und dem Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie organisiert wurde.
Ziele
Mit der Analyse des Klimawandels aus kulturwissenschaftlicher Sicht soll eine Lücke in der deutschen und internationalen Klimaforschung geschlossen werden.

