proDaZ - Deutsch als Zweitsprache in allen Fächern: Ein Modellprojekt der Universität Duisburg-Essen und der Stiftung Mercator

Die Universität Duisburg-Essen entwickelt und erprobt eine neue Lehrerausbildungsstruktur, die erstmals in Deutschland in einem besonderen Maße den Umgang mit „Deutsch als Zweitsprache“ und die fachverbundene Sprachförderung in die Ausbildung von Lehrern für alle Schulformen und -fächer integriert. Damit geht das Modellprojekt deutlich über die Vorgaben des Lehrerausbildungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen von 2009 hinaus. Alle Lehramtsstudenten sollen verstärkt für die Förderung in „Deutsch als Zweitsprache“ ausgebildet und sensibilisiert werden, um zu gewährleisten, dass die zukünftigen Lehrer die Lernbedürfnisse der steigenden Anzahl von Schülern mit Migrationshintergrund berücksichtigen und sie angemessen sprachlich fördern können.
Aufbau und Organisation
In dem Modellprojekt spielt neben der fachlichen Ausbildung die enge Verzahnung zwischen Theorie und Praxis eine entscheidende Rolle. Die Universität Duisburg-Essen arbeitet deshalb eng mit den Schulen zusammen. Im Rahmen des Projekts soll auch die Zusammenarbeit mit den Studienseminaren der zweiten Lehrerausbildungsphase ausgebaut werden. Die Ergebnisse des Projekts werden in Form von Lehrmodulen und Materialien anschließend anderen Hochschulen zur Verfügung gestellt. Zudem wird ein Kompetenzzentrum etabliert, das als Impulsgeber und Berater für Hochschulen, die Bildungspolitik und Bildungsadministration sowie Schulen dient. Durch Tagungen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen soll das für die Lehreraus- und -fortbildung essentielle Thema „Deutsch als Zweitsprache“ befördert werden. Ein Fachbeirat aus Wissenschaft, Bildungsadministration und Schule wird das Modellprojekt fachlich begleiten und beraten.
Ziele
Die Stiftung Mercator fördert das Modellprojekt, um „Deutsch als Zweitsprache“ als Qualifikationsmerkmal in die Lehrerausbildung für alle Schulformen und -fächer zu integrieren. Dieser Lösungsansatz reagiert auf den steigenden Sprachförderbedarf an deutschen Schulen und ist später in die Lehrerausbildungsstrukturen anderer Universitäten integrierbar. Die erarbeiteten Materialien und Ergebnisse können von Schulen und Hochschulen als Ressourcen für die eigene Arbeit genutzt werden. Mit diesem umfassenden Ansatz zielt die Stiftung Mercator langfristig auf die Verbesserung der Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

