Graduiertenkolleg Islamische Theologie
Wissenschaft und Politik sprechen sich zunehmend für eine Institutionalisierung Islamischer Theologie in Deutschland aus, um eine angemessene Repräsentation von Muslimen in Schule und Hochschule zu gewährleisten. Um wissenschaftlichen Nachwuchs in diesem Bereich auszubilden, hat die Stiftung Mercator gemeinsam mit sieben Universitäten ein Graduiertenkolleg für Islamische Theologie gegründet.
Aufbau und Organisation
Das Graduiertenkolleg ist standortübergreifend an den Universitäten Münster, Erlangen-Nürnberg, Frankfurt, Hamburg, Osnabrück, Paderborn und Tübingen eingerichtet. Sieben Doktoranden promovieren seit Herbst 2011 an einem der Standorte, weitere sechs haben im Herbst 2012 ihre Arbeit aufgenommen. Sie alle nehmen am übergreifenden Studienprogramm des Kollegs teil, das auch renommierte Gastwissenschaftler aus dem Ausland integriert. Zwei weitere Stellen wurden am 24. Oktober 2012 ausgeschrieben; sie werden zum April 2013 besetzt werden. Inhaltliche Schwerpunkte sind unter anderem Koranexegese, Islamisches Recht, Geschichte des Islam, Islamische Philosophie und Religionspädagogik. Die Koordination des Kollegs übernimmt die Universität Münster.
Ziele
Ziel des Graduiertenkollegs ist es, wissenschaftlichen Nachwuchs vor allem für die mit Unterstützung des Bundes und der Sitzländer zu etablierenden Zentren für Islamische Studien auszubilden. Damit soll dem Mangel an in Deutschland ausgebildeten Nachwuchswissenschaftlern in der Islamischen Theologie entgegen gewirkt werden. Mittelfristig soll das Kolleg zu einer angemessenen Repräsentation von Muslimen in Wissenschaft, Schule und Öffentlichkeit beitragen. Es schafft zudem die Voraussetzungen für die Ausbildung von Religionslehrern für islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen und für die Ausbildung von Imamen an Universitäten in Deutschland.


