Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
Um Sprachdefizite frühzeitig zu beheben und die Bildungschancen für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu verbessern, hat die Stiftung Mercator im Jahr 2004 das Projekt Förderunterricht bundesweit ausgeschrieben. Das erfolgreich evaluierte Fördermodell bietet Schülern mit Migrationshintergrund außerschulischen, kostenfreien Förderunterricht, der von (Lehramts-)Studierenden durchgeführt wird.
Aufbau und Organisation
Mit einem Fördervolumen von zehn Millionen Euro finanziert die Stiftung Mercator bundesweite Förderunterrichts-Initiativen zur Verbesserung der sprachlichen und fachlichen Fähigkeiten von jungen Migranten. Zusätzlich zum regulären Schulunterricht erhalten Kinder und Jugendliche in Kleingruppen kostenfreien Förderunterricht. Die zukünftigen Lehrer haben die Möglichkeit, wertvolle praktische Erfahrungen im Umgang mit heterogenen Schülergruppen zu gewinnen und Unterrichtsmethoden zu erproben. Auf ihren Unterrichtseinsatz werden sie von ihrer Hochschule in Lehrveranstaltungen, die den methodisch-didaktischen Umgang mit Deutsch als Zweitsprache-Lernern behandeln, intensiv vorbereitet und begleitet. Das Projekt wird somit an jedem Standort durch eine Hochschule und weitere Kooperationspartner (z. B. RAAs, Stadt, Vereine, Stiftungen) unterstützt.
Derzeit werden in 11 Bundesländern an 29 Standorten etwa 7.700 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II durch ca. 1.300 Studierende gefördert. Die Wirksamkeit des Projekts wurde 2009 durch eine Evaluation bestätigt. Zurzeit entstehen verschiedene Modelle, die aufbauend auf dem Förderunterricht sowohl die Lehrerausbildung im Bereich Deutsch als Zweitsprache fokussieren als auch eine flächendeckende Sprachförderung durch verschiedene Bildungsallianzen mit öffentlichen Trägern zum Ziel haben.
Ziele
Das Projekt will die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund durch sprachliche und fachliche Förderung verbessern und künftigen Lehrern gleichzeitig eine praxisnahe Ausbildung ermöglichen. Um die Nachhaltigkeit des Projektkonzepts zu sichern, werden derzeit verschiedene Ansätze erprobt, die die Sprachförderung in die lokalen Regelstrukturen integriert.

