Gerhard Mercator: Edition und Übersetzung seines Briefwechsels
Sammeln, Austauschen und Vergleichen. Diese Formel prägte die Forschungsarbeit von Gerhard Mercator. Ein dichtes Netz aus Briefkontakten zu Gelehrten war nicht nur für seine herausragenden Leistungen als Kartograph des 16. Jahrhunderts unabdingbar. Seine umfängliche Korrespondenz offenbart das breite Interessensspektrum und das vielseitige Wirken des Universalgelehrten, Theologen und Philosophen. Das Projekt „Gerhard Mercator: Edition und Übersetzung seines Briefwechsels“ strebt an, die überlieferten Briefe zu sammeln, zu übersetzen und wissenschaftlich zu ergründen.
Aufbau und Organisation
Über 200 Briefe schrieb und erhielt Gerhard Mercator im Laufe seines Gelehrtenlebens. Seine Korrespondenz ist bisher lediglich unvollständig veröffentlicht, häufig nur in veralteten Editionen und selten in Übersetzungen verfügbar. Hier setzt das Editionsprojekt an. Gefördert von der Stiftung Mercator sollen unter der Leitung von Prof. Dr. Ute Schneider von der Universität Duisburg-Essen (UDE) in den kommenden drei Jahren die bisher publizierten Materialien zusammengestellt, Archive auf noch unbearbeitete Korrespondenz gesichtet werden. Letztere können dann übersetzt und mit einem kritischen Apparat versehen werden.
Ziele
Ziel der Stiftung Mercator ist es, den Wissensschatz aus den Briefwechseln von Gerhard Mercator zusammenzutragen und nach wissenschaftlichen Maßstäben auszuwerten. Dadurch soll ein ganzheitliches Bild über die Arbeit Gerhard Mercators gezeichnet werden. Darüber hinaus verdeutlicht dieses Projekt exemplarisch den Prozess des Wissenserwerbs und Wissenstransfers in der Frühen Neuzeit. Am Ende der dreijährigen Forschungsarbeit soll eine kommentierte Gesamtausgabe publiziert werden, die die Ergebnisse bündelt und diese der Wissenschaft sowie der interessierten Öffentlichkeit zugänglich macht.

