Stiftung Mercator

Drama Academy Ramallah

Aufbau der ersten Schauspielschule in Palästina

Der Kultursektor in den Palästinensischen Gebieten ist durch die schwierigen politischen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren stark vernachlässigt worden. Professionelle Ausbildungsstätten für Theater und darstellende Künste gab es bislang noch gar keine im Westjordanland. Um diesen Umstand zu ändern, bauen die Stiftung Mercator und die Folkwang Hochschule im Rahmen der vom damaligen Bundesaußenminister Steinmeier und dem palästinensischen Premierminister Fayyad ins Leben gerufenen Initiative „Zukunft für Palästina“ jetzt gemeinsam mit dem Al-Kasaba Theatre die Drama Academy Ramallah auf. Ziel ist es, die kulturelle Zusammenarbeit zu fördern und damit den Friedensprozess im Nahen Osten durch sichtbare Maßnahmen dauerhaft zu unterstützen.

Aufbau und Organisation

Diese erste Schauspielschule in Palästina hat den Lehrbetrieb im Oktober 2009 aufgenommen und wird jährlich 15 Studienplätze vergeben. Die Ausbildung ist auf drei Jahre angelegt, sie entspricht den Anforderungen eines Bachelor-Studiengangs. Die ersten Eignungsprüfungen haben im Sommer 2009 in Palästina stattgefunden und wurden von Lehrenden der Folkwang Hochschule sowie palästinensischen Dozenten betreut.

Die Drama Academy ist an das Al-Kasaba Theatre angegliedert, dessen Leiter, George Ibrahim, auch mit der Leitung der Drama Academy betraut ist. In künstlerischen und pädagogischen Angelegenheiten steht ihm Folkwang Schauspielprofessor Johannes Klaus beratend zur Seite. Als Projektmanager wurde Dr. Volkmar Clauß, ehemaliger Theaterintendant und vertraut mit der Theaterszene der Region, verpflichtet.

Theaterproduktionen

Um das Verständnis der Studierenden für anderen Kulturtraditionen zu erweitern und zur Förderung internationaler Kontakte sieht das Lehrprogramm neben einer fundierten Schauspiel- und Regieausbildung und dem Kontakt zu anderen Kunstformen wie Film, Bildende Kunst, Literatur und Musik auch den Austausch von Theaterproduktionen der Kooperationspartner vor.

Für 2010 ist beabsichtigt, „Antigone“ von Sophokles in beiden Ländern gleichzeitig zu produzieren und mit diesen Aufführungen im jeweiligen Partnerland zu gastieren. Für 2012 ist eine gemeinsame zweisprachige Produktion beider Theaterschulen geplant.