Stiftung Mercator

Gerhard Mercator

Gerhard Mercator

* 5. März 1512 in Rupelmonde (bei Antwerpen)

† 2. Dezember 1594 in Duisburg

Gerhard Mercator war ein bedeutender Kartograph und Kosmograph des 16. Jahrhunderts. Seine Karten und Globen waren präziser als alle, die bis dahin zur Verfügung gestanden hatten, und fanden im Zeitalter der Entdeckungen reißenden Absatz, von den Höfen der Zeit bis hin zu den Seefahrern. Sie setzten Standards für die folgenden zwei Jahrhunderte; die von ihm entwickelte Mercator-Projektion, die eine winkelgetreue Abbildung der Erde ermöglicht und damit die Navigation auf See erheblich erleichtert, wird bis heute angewendet. Auch der Begriff Atlas für ein Sammelwerk geographischer Karten geht auf Mercator zurück.

Mercator, Sohn eines Schusters, hatte sich nach seinem Studium in Löwen in dieser Stadt niedergelassen, wo sein Aufstieg begann. 1544 wurde er jedoch wegen Ketzerei angeklagt und verhaftet – er wurde lutherischer Ideen verdächtigt. Vermutlich aus diesem Grund zog er 1552 mit seiner Familie nach Duisburg, das von religiöser Toleranz geprägt war. Möglich ist jedoch auch, dass ihm ein Lehrstuhl an der geplanten Universität in Aussicht gestellt worden war, deren Gründung er allerdings nicht mehr erleben sollte. Mercator verbrachte die folgenden 42 Jahre in Duisburg und wurde zum wohl bis heute bedeutendsten Bürger der Stadt. Nach seinem Tod setzten seine Söhne und Enkel seine Arbeit fort.