Stiftung Mercator

Zweite Mercator Lecture 2009

Roger de Weck und Joschka Fischer bei der Mercator Lecture 2009 in Essen

„20 Jahre nach dem Fall der deutschen Mauer herrscht im wiedervereinigten Deutschland die Einstellung vor, dass es auch alleine international Interessen erfolgreich durchsetzen könne. Das ist ein großer Irrtum“, sagte Joschka Fischer am Abend des 4. November 2009 im Rahmen der zweiten Mercator Lecture der Stiftung Mercator. Die Mercator Lecture fand im RWE Pavillon in der Philharmonie Essen statt.

Rund 400 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur waren gekommen, um Joschka Fischer zum Thema „20 Jahre Mauerfall“ zu hören. Dieser war der Ansicht, dass der deutsche Blick auf die EU immer mehr dem französischen und britischen gleiche. Die EU würde nur noch als Rahmen für die Durchsetzung eigener nationaler Interessen gesehen.

„Um in der multipolaren Welt von heute überhaupt unsere Interessen durchsetzen zu können, müssen wir als Europäer handeln, in der Wirtschaftskrise europäische Lösungsansätze entwickeln und nicht nationales Krisenmanagement betreiben. Sonst hat Deutschland und Europa in der Welt keine Zukunft“, so Fischer. Er diskutierte seine Thesen mit dem Schweizer Publizisten Roger de Weck.

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